Das Wichtigste in Kürze
Der Wechsel von einem stark individualisierten SAP ECC System auf SAP Cloud ERP gelang in 5 Monaten, weil das Projekt konsequent am Standard ausgerichtet wurde. Entscheidend waren frühe Fit-to-Standard-Workshops, saubere Datenvorbereitung, ein früh etablierter Change-Request-Prozess und die enge Begleitung von Keyusern und Endusern. Das Ergebnis waren rund 20 Prozent effizientere administrative Prozesse und eine belastbare Basis für weitere Entwicklung.
Was uns in diesem Projekt besonders aufgefallen ist: Der grösste Hebel lag nicht in einer langen Vorprojektphase, sondern in der sauberen Umsetzung. Wer bei einer SAP Cloud ERP Einführung zu viel Zeit in Pflichtenhefte steckt und zu wenig in echte Projektarbeit, verliert Tempo ohne zusätzlichen Nutzen. Genau hier war die Haltung des Kunden und von TeamWork Schweiz entscheidend.
Ausgangslage: Warum musste das SAP ECC System ersetzt werden?
Der Kunde arbeitete mit einem über Jahre stark individualisierten SAP ECC System, das End of Life war. Für ein Schweizer KMU mit gewachsener Landschaft bedeutete das: Die bestehende Lösung liess sich nicht einfach weiterführen, sondern musste strategisch neu aufgesetzt werden. Die Ausgangslage war typisch für Unternehmen, die lange auf Anpassungen gesetzt haben und nun auf einen klaren Standard umstellen müssen.
Die Region Bern und der Projektzeitraum von Januar bis Juli 2025 zeigen, wie eng Geschwindigkeit und Umsetzungsdisziplin in solchen Vorhaben zusammenhängen. Gerade bei einem ERP-Wechsel dieser Art reicht Technik allein nicht aus, weil Prozesse, Rollen und Daten gleichzeitig neu geordnet werden müssen.
Welche Lösung wurde gewählt und weshalb?
Gewählt wurde SAP Cloud ERP Public, vormals SAP S/4HANA Cloud Public Edition. Für TeamWork Schweiz war der zentrale Punkt nicht, möglichst viele alte Sonderfälle mitzunehmen, sondern die Lösung konsequent auf den Cloud-Standard auszurichten und nur dort anzupassen, wo es den klaren USP des Kunden stützte. Genau diese Fokussierung macht das Projekt für andere Unternehmen relevant.
Die Zeiten von riesigen, komplexen, teuren und nicht endenden SAP Projekten ist definitiv vorbei.
| Baustein | Rolle im Projekt | Warum er wichtig war |
|---|---|---|
| SAP Activate bzw. Grow Fast | Vorgehensmodell | Gab dem Projekt Tempo und eine klare Sequenz |
| Digital Discovery Assessment | Vorauswahl und Systemstart | Ersetzte das klassische Pflichtenheft durch einen fokussierten Prozessblick |
| Fit-to-Standard-Workshops | Fachliche Klärung | Half, Prozesse auf den Standard zu trimmen |
| CloudALM | Projektsteuerung | Bündelte Dokumente, Releasemanagement und Umsetzung |
| Datenmigration und Schnittstellenkonzeption | Technische Vorbereitung | Sicherte den stabilen Übergang aus dem alten System |
Wie lief die Umsetzung bei TeamWork Schweiz konkret ab?
Die Umsetzung folgte einem Standardvorgehen mit SAP Activate beziehungsweise Grow Fast, ergänzt durch das Digital Discovery Assessment. Das Starter-System stand ab Tag 1 zur Verfügung und half dabei, die Fit-to-Standard-Workshops nicht abstrakt, sondern direkt am System zu führen. Parallel dazu baute TeamWork Schweiz CloudALM auf, damit Projektmanagement, Dokumente und Releasemanagement zentral geführt werden konnten.
In unseren Projekten zeigt sich immer wieder, dass die eigentliche Hauptarbeit oft an anderer Stelle liegt als erwartet: im Change Management, in der frühen Datenmigration und in der Schulung der Keyuser und Enduser. Genau das bestätigte sich auch hier, und zwar umso stärker, weil die Keyuser wegen der guten Auftragslage weniger Zeit hatten als geplant.
- Die Datenvorbereitung wurde früh geplant und lag klar beim Kunden, damit keine Engpässe erst kurz vor dem Go-live sichtbar wurden.
- Die Schlüsselpersonen lernten das System früh kennen und wurden immer wieder ins Arbeiten mit der neuen Lösung eingebunden.
- Der Change-Request-Prozess wurde von Anfang an etabliert und konsequent durchgezogen.
- Historische Daten wurden nicht einfach mitgeschleppt, sondern über ein Archivsystem sauber gelöst.
Welche Daten und Prozesse wurden migriert?
Die Migration umfasste die LOB-Bereiche Finance, Sales, Manufacturing, Sourcing & Procurement, Supply Chain Management und IT Management. Dazu kamen 15'000 Materialstammsätze, 1'230 Geschäftspartner, 2'780 Stücklisten, 12'700 Einkaufsinfosätze, 12'500 Orderbücher und 60 laufende Fertigungsaufträge. Diese Breite zeigt, dass es sich nicht um einen kleinen Systemwechsel handelte, sondern um eine echte Plattformerneuerung.
Welche Resultate brachte die SAP S/4HANA-Migration?
Das Resultat war nicht nur ein neues System, sondern spürbar mehr Ordnung im Alltag. Die administrativen Prozesse wurden um rund 20 Prozent effizienter, der Einkauf erhielt klarere Strukturen, die Auftragsabwicklung wurde schneller und besser nachvollziehbar, und die Finanzabteilung gewann an Übersicht und Verlässlichkeit. Gleichzeitig stieg die Akzeptanz, weil die Oberfläche für die Mitarbeitenden einfacher nutzbar war.
BT-Hydraulik ist mit SAP Cloud ERP frischer aufgestellt, wettbewerbsfähiger und hat die Basis gelegt, sich weiterzuentwickeln, technologisch und als Unternehmen. Entgegen der häufigen Annahme, dass eine Cloud-Migration vor allem Komplexität erzeugt, zeigte sich hier das Gegenteil: Mit Standardfokus und konsequenter Begleitung wurde das Projekt handhabbar.
Was ist das wichtigste Learning für Schweizer KMU?
Das Projekt zeigt, dass eine ERP-Einführung kein reines IT-Vorhaben ist, sondern ein Business-Transformationsprojekt. Wer nur die Technik betrachtet, unterschätzt die Umstellung in Organisation, Verantwortung und Arbeitsweise. Für Schweizer KMU mit gewachsener SAP-Landschaft ist deshalb weniger das perfekte Vorprojekt entscheidend, sondern die Fähigkeit, früh zu fokussieren und sauber zu steuern.
Aus unserer Praxis nehmen wir vor allem drei Punkte mit: genügend Zeit für Fit-to-Standard-Workshops einplanen, die Mehrwerte des Unternehmens klar priorisieren und Business-Verantwortliche früh ins Projekt holen. Wenn diese Grundlagen stimmen, kann auch ein Wechsel von SAP ECC auf SAP Cloud ERP in kurzer Zeit gelingen.
Häufige Fragen
Warum war ein klassisches Pflichtenheft hier nicht der beste Start?
Was war bei der Datenmigration am anspruchsvollsten?
Wie stark war die Belastung für die Keyuser im Projekt?
Für wen eignet sich SAP Cloud ERP besonders?
Für TeamWork Schweiz war dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie schnell ein belastbarer Wechsel möglich ist, wenn Fokus und Disziplin zusammenkommen. Für Unternehmen mit alternder SAP ECC Landschaft heisst das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigene ERP-Zukunft strategisch zu ordnen und nicht weiter aufzuschieben.
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